Nachruf Marianne Schäufler

22. Juli 1953 - 21. Januar 2026

Am 21. Januar 2026 verstarb Marianne Schäufler, eine der letzten früheren Porzellanmalerinnen Eisenbergs.
Bis zum Jahr 1991, dem Jahr, als die einzig noch verbliebene Porzellanfabrik der Stadt ihre Tore schloss, war sie als Malerin tätig.


Walter-Gebauer-Schülerin

Marianne wurde in Steudnitz im Saale-Holzland-Kreis geboren. Ab 1970 absolvierte sie eine Berufausbildung als Töpferin in Bürgel. Dort lernte sie unter anderem als Schülerin des renommierten Keramikers Walter Gebauer.

 

In späteren Jahren war sie in der Bürgeler Töpferei Carl Fischer beschäftigt, die heute vor allem für ihre Arbeiten aus ART DECO und Neuer Sachlichkeit, aber auch für Entwürfe für das Amt "Schönheit der Arbeit" bekannt ist.




Porzellanmalerin in Eisenberg

1972 zog sie nach Eisenberg und arbeitete von da ab in verschiedenen Porzellanfabriken als Malerin. Sie heiratete und bekam zwei Kinder.

 

Ab 1981 war sie Mitglied im Zeichenzirkel des Malers und Grafikers Uli Dämmrich in Crossen. Nach beruflichen Stationen in der Porzellanfabrik "Reinecke" und später bei "Jäger" war sie anschließend im Gebäude der Porzellanfabrik Kalk (siehe Zeichnung) tätig. Dort wurde bis 1991 Porzellan aus Sitzendorf bemalt.



Kunstmalerin

Auch neben ihrem Beruf war Marianne Schäufler als Kunstmalerin tätig. Sie zeichnete im eigenen Atelier und unterwegs mit Feder und Tusche, in Aquarelltechnik und in Öl und nahm immer wieder an Ausstellungen in der Region teil.

 

Gleichzeitig engagierte sie sich für die kreative Beschäftigung der Kinder der Stadt Eisenberg. Immer wieder gab sie kostenfreie Töpfernachmittage an den Eisenberger Grundschulen sowie für Interessierte in ihrer Töpferwerkstatt.



Kunst für die Region

Für das Jenaer Bündnis für Familie illustrierte sie die Veröffentlichungen unter dem Titel "Sommer in der Stadt", die Ferienangebote aus Jena und Region zeigten. Später kamen Illustrationen für das Projekt "Kinder willkommen" des Saale-Holzland-Kreises und den "Familien-Finanz-Kompass" hinzu.

 

Die Zeichnungen wurden darüber hinaus in eigenen Ausstellungen vorgestellt. 

 

Ab der Jahr 2020 war Marianne Schäufler Mit-Initiatorin des Eisenberger ART DECO-Projektes. Viele Stücke der Sammlung entstammen ihrem Fundus. Gleichzeitig war sie Gründungsmitglied des Eisenberger Malzirkels und dort bis kurz vor ihrem Tod aktiv.



Marianne Schäufler hinterlässt tausende von ihr bemalte Porzellanstücke in aller Welt, tausende getöpferte und bemalte Keramiken, viele hundert Zeichnungen und Bilder ... und uns.

Danke,

dass wir mit dir malen durften!